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Meine therapeutische Ausrichtung

 

 

 

1. Herangehensweise

 

Meine therapeutische Ausrichtung ist die der Gestalttherapie (Link: Beschreibung "Gestalttherapie"),
deren Charakter sich mit den Worten W. Bocks gut ausdrücken lässt:
„Alles, was ist, darf sein, und weil es sein darf, kann es sich verändern“.
Und dies ist ein schöner Leitsatz nicht nur für meine einzeltherapeutische Arbeit, sondern genauso für die Paartherapie und für die Gruppentherapie,
die vierzehntägig in meinen Praxisräumen stattfindet.
Wenn wir uns in unserer Seele krank fühlen, bedeutet das, dass wir den Kontakt verloren haben, zu dem, was wir im Augenblick sind,
zu unseren Emotionen, zu unserem Körper, zu den anderen Menschen und der Welt um uns herum.
Wir sind in Gedanken, Vorstellungen von dem, was zu sein habe, in Problemlösungen, um die wir vielleicht schon lange erfolglos ringen,
und verlieren dabei den Kontakt zu dem, was wir tatsächlich sind – von Augenblick zu Augenblick.
Die Folge kann eine Depression sein, eine Angst- oder Zwangsstörung, narzisstische Auffälligkeiten, usw.,
oder einfach der subjektive Eindruck von Unglücklichsein.
So geht es in meiner Arbeit nicht darum, dass Sie sich einem psychologischen Idealbild annähern,
sich irgendwie optimieren sollten, sondern darum, zu erfahren, wer sie sind, wieder in Berührung zu kommen,
mit ihrem Fühlen, Ihren Bedürfnissen, mit Ihrer Sinnlichkeit, Verbindung zu erfahren, mit sich selbst und den anderen Menschen,
wegzukommen von all den Kopfprogrammen, die davon sprechen, wie Sie zu sein haben.
Das ist in der konkreten therapeutischen Arbeit verbunden mit der Aufforderung, sich neu zu entdecken,
genau jetzt, genau hier, wieder hinzufühlen, hinzuspüren, das auszudrücken, was sie aus ihrem Moment heraus erfahren,
eben auch Ihren Emotionen wieder Ausdruck zu verleihen, auf eine direkte Weise, nicht lediglich im Sprechen darüber.
Während wir dann dabei sind, werden Sie auch mit den Hindernissen auf dem Weg konfrontiert werden, mit Ihren Ängsten,
mit Ihren Schuldgefühlen, mit ihrer Abwehr gegen sich selbst, gegen Gefühle, die Ihnen Angst machen.
Und dann geht es darum, auch dieses zu erfahren, hineinzugehen in die Abwehr, sie anzunehmen, ihr erlauben,
da zu sein, sie zu erfahren, sie zu verstehen.
Dabei mag es notwendig sein, dass wir auch in Ihrer Geschichte zurückgehen, in jene frühen Zeiten,
in denen Sie diese Strategien entwickelt haben, nicht, um an der Vergangenheit zu arbeiten,
sondern um einen tieferen Zugang zu ihrem Hier-und-Jetzt zu bekommen.
Es ist eine Arbeit, die sehr auf den Moment abzielt, sehr konkret ist, sehr direkt, auf eine berührende Weise emotional.
Dieses direkte Element steht an erster Stelle, und dann geht es in der Folge auch um das Verstehen dessen, was erfahren worden ist.
Dabei achten wir auch sehr auf ihre körperlichen Ausdrucksweisen, weil diese eine wunderbare Zugangsmöglichkeit zu dem bieten,
was und wie sie momentan tatsächlich sind.
Wir leisten zusammen Integrationsarbeit, arbeiten daran, dass Sie wieder jene Aspekte ihres Selbst zu sich zurücknehmen können,
zu denen Sie im Lauf der Zeit den Kontakt verloren haben, die noch im Schatten stehen, arbeiten daran,
dass Sie wieder zu dem werden, der sie sind…
Es ist also in einem tiefen Sinn Kontaktarbeit, Kontaktaufnahme mit der unmittelbaren Realität -
in der Paar- und Gruppentherapie dann auch verstärkt die Kontaktaufnahme mit dem Menschen gegenüber.

 

 

 

 

"Die Aufgabe ... von wirklich guter Therapie ist ... das große Erwachen, das Zu-
Sinnen-Kommen, Aufwachen aus seinem Traum - vor allem aus seinem Alptraum.
Wir können damit schon anfangen, indem wir erkennen, dass wir Rollen spielen im
Theater des Lebens, indem wir verstehen, dass wir immer in einem Trancezustand
sind ... wir spielen all diese Spielchen, bis wir zu Sinnen kommen.
Wenn wir zu unseren Sinnen kommen, fangen wir an, unsere Bedürfnisse und
Befriedigungen zu sehen, zu fühlen, zu erleben, anstatt Rollen zu spielen und eine
ganze Menge an Requisiten dafür zu brauchen - Häuser, Autos, Aberdutzende von
Kostümen ... die Millionen unnötigen Ballasts, den wir uns aufbürden, und wir
sehen dabei nicht ein, dass uns sowieso aller Besitz nur auf Zeit gegeben ist ...
Nun, die Idee des Aufwachens und Wirklichwerdens bedeutet, mit dem zu
existieren, was wir haben, dem wirklichen vollen Potential, einem reichen Leben,
tiefen Erfahrungen, Freude, Wut - wirklich sein und keine wandelnden Leichen.
Das ist die Bedeutung der echten Therapie, der wirklichen Reifung, des wirklichen
Aufwachens ..." (Perls)

 

 

 

 

 

Psychoanalytischer Einfluß

Innerhalb des gestalttherapeutischen Spektrums vertrete ich die Richtung der "Analytischen Gestalttherapie",
die durch diese Namensgebung den historischen Ursprung der Gestalttherapie aus der Psychoanalyse betont.
Das trägt dem Umstand Rechnung, dass es im therapeutischen Prozess auch um den Verstandesanteil in uns geht,
der mitgenommen werden muss,
in dem wir das Bedürfnis haben, das, was in der gestalttherapeutischen Arbeit im Gegenwärtigen erfahren worden ist,
auch zu verstehen, zu verstehen auch,
wie wir jene Strukturen in unserer persönlichen Geschichte aufgebaut haben,
mit denen wir uns an der Erfahrung des Momentes hindern.

In diesem Zusxammenhang wichtig sind insbesondere die psychoanalytischen Konzepte der Abwehrmechanismen,
der Übertragung und Gegenübertragung und der Psychosomatik.

 

 

Oase Gomera

 

 

 

2. Analytische Psychologie - C.G. Jung

 

C.G. Jungs Analytische Psychologie bildet - neben der Gestalttherapie - mit den Hintergrund für meine therapeutische Arbeit.

Es ist zum einen Jungs grundlegende Herangehensweise an die Phänomene der menschlichen Psyche,
die - im Unterschied zu Freuds Psychoanalyse - auch jene Ebenen des Menschseins miteinschließt, die metaphysisch sind,
und darin auch Freuds Auffassung überwindet, dass die "Libido" als sexuelle Energie die grundlegenden Motivationen in der Psyche bedingt.
Jungs Auffassung ist weiter und emöglicht es, auch die ins Spiritulle reichenden Formen des Psychischen zu erfassen.

Zum anderen ist Jung den humanistischen Therapieformen - zu denen die Gestalttherapie gehört -
näher als es Freuds Auffassung ist,
was keine Herabwürdigung der Psychoanalyse bedeutet - da auch diese unschätzbar wertvolle Beiträge
zur Psychologie des Menschen geleistet hat und natürlich eine der bedeutendsten Grundlagen der Gestalttherapie überhaupt ist
(und selbstverständlich auch von zentraler Bedeutung für meine eigene therapeutische Arbeit ist).

Für die praktische Arbeit wervoll ist insbesondere Jungs Konzept der Archetypen,
von denen "Anima" und "Animus" die prominentesten sind,
wobei diese die beiden Pole in jedermanns Psyche bezeichnen.
Der Mensch hat auf dem Weg seiner "Individuation" u.a. die Aufgabe,
den gegengeschlechtlichen Pol zu integrieren in seinen bewussten Seelenanteil.

Psychische Gesundheit hängt nun zu einem guten Teil von der Art der Beziehung dieser beiden Pole
innerhalb der Psyche zueinander ab. Therapie hat dann die Aufgabe, diese Beziehung bewusst zu machen und Verzerrungen
(wie sie Jung beschreibt) in diesem Bereich zu überwinden.

Gerade auch für die Arbeit mit Träumen ist das Konzept von den Archetypen von außerordentlich großem Wert.

Der Einfluß der analytischen Psychologie Jungs auf meine praktische Arbeit geht über die erwähnten Konzepte noch deutlich hinaus,
doch ist hier nicht der Ort, das im Detail abzuhandeln. So erwähne ich die genannten Konzepte stellvertretend für viele weitere
aus dem Bereich der analytischen Psychologie, vor allem um einen Eindruck davon zu vermitteln,
welche Bedeutung Jung für mein praktisches Arbeiten hat.

 

 

 

 

 

 

4. Der spirituelle Aspekt

 

Der Mensch als ganzheitliches Wesen zeichnet sich auch durch die spirituelle Dimension aus, worunter ich - ganz grob formuliert -
all jene Bereiche und Erscheinungen der Psyche verstehe,
die sich mit den Mitteln des begrifflichen Denkens und des sprachlichen Ausdrucks nicht beschreiben lassen.
Da die Gestalttherapie auf die Erfahrung und den Ausdruck im Hier-und-Jetzt abzielt und dies tendentiell über den Bereich hinausgeht,
der sich begrifflich darstellen läßt, ist hier eine ganz natürliche Nahtstelle zum Sprituellen, zum Transzendenten gegeben.
Dabei geht es - natürlich! - nicht um religiöse Ideologien, sondern um den spirituellen Gehalt, der jeder direkten Gestaltung innewohnt.


Dies bedeutet aber nicht, dass ich im therapeutischen Verlauf gezielt spirituelle Techniken einbeziehen würde,
da für mich der spirituelle Aspekt schon in der Arbeit mit den Emotionen im Hier-und-Jetzt von selbst gegeben ist.

Die spirituelle Dimension versieht also meine therapeutische Arbeit mit Hintergrund, im Sinne von Ludwig Wittgenstein,
der in seinem Tractatus logico-philosophicus so schön gesprochen hat:

 

 

"Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen."